AUTOBIOGRAFIE
Ueli Anliker, geboren am 19. März 1958
Schon als Kind hatte er reale Träume davon, ein eigenes Flugzeug, Rennboot und Auto zu bauen – natürlich wollte er Rennfahrer werden! Seine berufliche Laufbahn richtete sich somit ganz auf dieses Metier aus. Ein Studium kam nicht infrage, dazu war er zu ungeduldig und als Junge schon ein Tausendsassa. Also wurde aus seiner Lehrzeit ein Schnelldurchlaufkurs, in welchem er sich schon sämtliches Wissen vom Automechaniker, Spengler, Maler, Kaufmann, Garagisten, Konstrukteur, Designer und Veredler aneignete. Da er eine unrastige Persönlichkeit wurde, wundert es kaum, dass er schon während seiner Lehrzeit das Ultimative suchte! Somit konstruierte er mit 18 Jahren in einem 700-stündigen Aufwand seine erste “Vorstellung eines Motorrades”. Kein Wunder, was daraus entstand: nämlich eine Konstruktion, weit ihrer Zeit voraus. Das Resultat war ein “Anliker Benelli” 750 ccm, 6 Zylinder, 100 PS, Formel-1-Zentralfederbein etc. Prompt gewann er seinen ersten Wettbewerb unter 300 Teilnehmern.
Aber jetzt ging es erst los: Mit 19 Jahren erwarb er schon seinen ersten Ferrari Dino 246, natürlich durch Überzeit finanziert, veredelte das gute Stück und bestückte es mit sehr viel mehr Technik. Hierbei kam er auf den Geschmack und gründete schon seine eigene Firma. Ein-Mann-Taten! Seine Selbständigkeit als Garagist begann natürlich in einem alten Holzschuppen in Olten. Neben der täglichen Zwölf-Stunden-Arbeit begann er sein erstes Hobby – er wollte Motorradrennfahrer werden. Kaum gedacht, hatte er schon die Rennlizenz erworben, und wen wundert es, die bestehenden Rennmotorräder schienen ihm nicht speziell genug.
Bald entstand eine eigene Konstruktion. Innert 450 Hobby-Arbeitsstunden baute er seine “Anliker Kawasaki” HR 500, natürlich mit den aufwendigsten technischen Raffinessen und Novitäten, wie Monoshock-Fahrwerk mit stehendem F1-Federbein, superstarrer Gitterrahmenkonstruktion in Dreiecksform, reaktionsfreiem Antrieb mit Schwingendrehpunkt koaxial zu dem Antriebsritzel am Getriebe etc.; es entstand ein absolutes technisches Bijou. Anlikers Garagenbetrieb begann zu florieren, er spezialisierte sich auf die Realisierung von Männerträumen, hauptsächlich der Veredelung von Ferrari-Automobilen. Parallel hatte er eine ausgezeichnete Nase für den weltweiten Ferrari-Handel und erkannte die Zeichen dieser Zeit. Bald wurden alle notwendigen Spezialgebiete wie Lackiererei, Spenglerei, Sattlerei, Prototypenbau etc. angegliedert. Allein der Prototypenbau entwickelte über 50 verschiedene Formen für die Bestückung der Marke Ferrari. Nebenbei widmete er sich weiterhin Spezialprojekten wie dem ersten Superbike, das damals wohl stärkste erhältliche Motorrad, eine umgebaute Honda CBX: 6 Zylinder, turbogeladen betrieben und mit 180 PS befeuert, lief diese gute Maschine 330 km/h – ein Ritt auf der Kanonenkugel!
Anlikers Designerstudio entwickelte den ersten Anliker-Ferrari 512 BB Targa, veredelte ihn mit Hilfe von zehn Spezialisten. Dieser Wagen wurde innert 60 Tagen und 3000 Arbeitsstunden zum schnellsten offenen Strassensportwagen der Welt, denn sein vergoldeter Motor lieferte 550 PS und trieb den Wagen mit seiner infernalisch klingenden Auspuffanlage auf über 330 km/h!
Man sieht, Ueli Anliker ist ein Mann der aussergewöhnlichen Taten! Natürlich pilgerte er auch zu vielen internationalen Grossausstellungen, und seine Visitenkarte, “made and designed by Ueli Anliker” wurde unter Kennern ein Begriff. Natürlich juckte bald schon das nächste Projekt und es wäre nicht Ueli-Anliker-like, wenn er es nicht von Grund auf richtig machte!
Das Projekt?
Ein Rennboot. Also machte er als Erstes einmal die Bootsprüfung, um dem Wasser und dem Boot etwas näherzukommen und vor allem dem fehlenden Speed herkömmlicher Boote zu begegnen! Der Name stand schon vor dem ersten Zeichenstrich fest, die “Miss Red Cat”. Aus dem Namen entstand ein neun Meter langes, 1800 kg schweres, 300 PS starkes und 100 km/h schnelles Sportboot, ein Ferrari auf dem Wasser. Danach wurde noch schnell eine Yamaha V-Max, natürlich mit mehr Leistung (er gab sich erst mit 240 Nitro eingehauchten PS zufrieden) entwickelt, bevor Anliker – wie üblich – das Ultimative im Boot weitersuchte. Er setzte eine Crew von acht Spezialisten die Aufgabe, und es entstand ein Offshore-Powerboot, benannt “Anliker Colibri Cat 44″ aus Alu-Kevlar-Carbon, ein Hightech-Gerät, welches eine extreme Leichtbauversion als Katamaran verwirklichte. Innert 50 Tagen entstand dieses spektakuläre, 13 Meter lange, 800 PS starke, durch 2 x V8-motorgetriebene Rennboot, welches 200 km/h schnell wurde. Leichtes Kopfzerbrechen bereitete der Transport, da das Gesetz ja nur 2,5 Meter Transportbreite erlaubte. Somit wurde ein eigener Anhänger konstruiert, welcher das Boot, in einem 45-Grad-Winkel aufgestellt, transportabel machte. Natürlich konnte dieser rot-weisse Cat am internationalen Genfer Bootssalon fertiggestellt und nach mühsamen 4000 Arbeitsstunden vom Publikum bestaunt werden.
Der damals 18-jährige Tausendsassa profilierte sich zu einer außergewöhnlichen Persönlichkeit in diesem Metier, aber auch er spürte das Limit. Nach vielen unternehmerisch erfolgreichen Jahren war er plötzlich ausgebrannt – radikal, wie er ist, löste er sämtliche Geschäftstätigkeiten auf und nahm eine 13-jährige Auszeit.
Aber! Er wäre nicht Ueli Anliker, wenn es ihn nicht wieder eines Tages “jucken” würde.
2003 ist es so weit! Ein neues Mega-Projekt spukt in seinem Hirn, schon nach einem Monat hat er eine Kartonschachtel mit 40 Kilogramm zusammengetragenen Ideen, Materialinformationen und Lieferantendokumentationen gesammelt und sich entschieden: Jetzt gehts los!
Das Projekt?? Eine ultimative Custom-Megabike-Konstruktion, natürlich Ueli Anliker, etwas, was noch nie da gewesen ist! Natürlich mit der Absicht, den Preis für das beste, aufregendste Bike an der Bikeweek in Daytona, USA, zu gewinnen.
Auf allen Shows der Daytona Bike Week 2004 gewann Ueli Anliker und war natürlich der Gesamtsieger.
Palmares
Mittwoch, 3. März 2004 Daytona Beach, Florida
HD “Ride Inn” Show
– von der Jury ausgeschlossen, da es keine Klasse für dieses Motorrad gab
– danach Ausser-Konkurrenz-Präsentation
Donnerstag, 4. März 2004 Daytona Beach, Florida
Museum of Arts and Sciences
Daytona Beach, Florida
Custom Show
Bike Week 2004
Platium – first place
Sonderschau
“Spirit of the Motorcycle”
Award
Freitag, 5. März 2004 Daytona Beach, Florida
Daytona
Boardwalk Classic Bike Show
Bike Week 2004
first place: people’s choice
Samstag, 6. März 2004 Daytona Beach, Florida
Rats Hole
Custom Bike Show
first place
winner: best of show
Daytona Bike Week
Text vom 6. März 2004
Bike für Dagobert Duck
Sehr goldig, technisch sehr innovativ, sehr teuer: Die “Red Gold Dream” des Schweizers Ueli Anliker sprengt übliche Massstäbe gleich mehrfach.
Das ist ein Motorrad für Dagobert Duck. Nicht nur, weil er sich vom Gold blenden lässt. Sondern weil er auch die nötigen Taler dafür hätte. Die wahren Werte der “Red Gold Dream” des Schweizer Designers Ueli Anliker aber sind auf den ersten Blick gar nicht sichtbar.
Nicht sichtbar, das ist ein seltsamer Gegensatz an diesem Motorrad, das mit seiner 24-Karat-Goldschicht so krass anders daherrollt und an Auffälligkeit schwer zu überbieten ist. Tatsächlich aber ist an der “Red Gold Dream” keine Schraube zu sehen. Und schon gar kein Kabel. Nicht einmal Kupplungs- oder Bremshebel sind eigentlich sichtbar. “Ich wollte einerseits eine totale optische Harmonie und ein perfektes Design erreichen und anderseits dem Betrachter Rätsel aufgeben: Wie funktioniert das? Wo ist die versteckte Mechanik?”, sagt der Erbauer. Dass da nichts von der Stange kommt, liegt auf der Hand. Und dass das seinen Preis hat, auch. Deshalb gleich zu Beginn für alle Träumer: 400 000 harte Schweizer Franken wurden in Fremdarbeiten investiert, und wenn man die 6000 Arbeitsstunden mit einem hierzulande gängigen Ansatz von 100 Franken dazu rechnet für die Entwicklung und Herstellung, müsste für die “Red Gold Dream” rund eine Million Franken (700 000 Euro) hingeblättert werden. “Schluck”, würde selbst Dagobert in Entenhausen sagen.
“Wie ein Sternmotor”
Der Motor wurde in Amerika von Feuling auf Basis eines Harley-45-Grad-V-Twins entwickelt. Mit einem dritten Zylinder und den Eingriffen von Anliker eigene Kurbelwelle und Kolben-Einspritzung etc. selber kommen jetzt 3152 Kubikzentimeter, 24-Karat-vergoldet, versteht sich, zusammen. Diese produzieren 330 Pferdestärken bei 4500 Umdrehungen pro Minute – “eine Kraftentfaltung wie bei einem Sternmotor”. Stolz verweist Anliker auf die selber entwickelten Kugel- Einlassgehäuse. Am Lenker wird über einen Drive-by-Wire-Gasgriff elektronisch über 3 Servomotoren je eine Kugel pro Einlass aktiviert, welche in zwei Teflonringen laufen. Den Motor konnte der Schweizer trotz eines 300er-Hinterreifens genau in die Mitte des selbst entwickelten, völlig symmetrischen Fahrwerks setzen. Der 6-Zoll-Primärbelt mit Aussenlagern kommt ohne jede sichtbare Verschraubung aus. Der Sekundärantrieb wird neu erstmals vollständig offen und aussen geführt. Keramikbremsscheiben mit Sechskolben-Bremszange und weltweit kleinsten Radial-Brems- und Kupplungszylinder stoppen, über unsichtbar verlegte Stahlflex-Bremsleitungen, das Goldstück.
Die auffällige Auspuffanlage besteht aus drei doppelwandigen, grossvolumigen Chromstahl-Rohren, welche von vorne bis hinten in gleicher Dimension gezogen und inwendig mit einer integrierten, elektronisch gesteuerten Schallregulierung ausgestattet wurde. Wer in die Röhren blickt, erkennt rote LEDs rund um das Logo von Ueli Anliker.
Per Hydraulik
Fast nicht sichtbar sind die Bedienungselemente der “Red Gold Dream”: Kupplung, Hand- und Fussbremse werden über grossdimensionierte, eingelassene Drucktasten betätigt, welche auf kurzhubige, in den Rohren radial eingebaute Hydraulikzylinder wirken. Die elektronische Schaltung erfolgt über zwei Drucktasten in der Fussraste. In den Rückspiegeln werden auch Tempo, Tourenzahl, Kilometerstand und so weiter draufprojiziert. Geblinkt wird über im Lenkerrohr und im Heckfender fast unsichtbar eingelassene LEDs. Überall trifft man auf die Zahl drei: Zylinder, Auspuffrohre, Speichenzahl der Alu-Monoblock-Räder, drei Xenon-Lampen zu je 400 Volt mit Magnesium-Reflektor.
Sprechende Alarmanlage
Was an Elektronik zum Vorschein kommt, wenn man den, ebenfalls mit Goldflittern versetzten Leder-Sattel hebt, verblüfft jeden. Klar, dass man von der “Red Gold Dream” auf Wunsch direkt ins Internet kann. CD- und DVD-Abspielgeräte gehören genauso zur Ausstattung wie GPS. Klar auch, dass eine Solarzelle beim geparkten Fahrzeug beim Aufladen des Akkus hilft. Es hat Dutzende von Sicherungsautomaten – Knöpfchen, die grundsätzlich nicht sichtbar sind: für das Ausfahren des Hauptständers, für die Verstellung der Hinterradfederung, für die Show-Beleuchtung des Motors oder unter dem Heckfender zum Beispiel. Da erstaunt schon nicht mehr, dass eine sprechende Alarmanlage über Infrarot und Handgelenkuhr Langfingern den Garaus machen kann. Oder dass das Fahrzeug bei entsprechender Programmierung über ein Fingerprint-Zündschloss für bis zu 50 Personen gestartet werden kann. Verrückt.
Das Ziel hat Ueli Anliker erreicht: ein Motorrad der Superlative.
In Daytona, USA, hat er sämtliche Wettbewerbe und alles gewonnen, was es zu gewinnen gab.
Ja, das haut selbst Dagobert Duck um.
Ueli Anlikers Projekte
2006: die “Miss Six Sexy”, ein Bike mit sechs Zylindern
2007: die “Big Red Lady”, ein Harley-V-Road-Bike mit Mega-Daten
2008: das Design-Lokal in Rot-weiss-Gold, in 4000 Arbeitsstunden
2009: der “Red Gold Dream” Mc Laren SLR 999 – der Schock – der Wahnsinn im Wahnsinn
2009: das History Bike “Red Silver Kawasaki 750 H2″
Das nächste Projekt ist in Bearbeitung und wird ein absoluter Höhepunkt werden!