MODERN ARTS DESIGN

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Mein UA DESIGN LOKAL,

das Staunen auslöst, inklusive VIP Lounge…

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…bis hin zum kunstvollen Kellerabgang.

Die Kunst

Während seines geschäftlichen Erfolges als Garagier drückte Anliker sein Verhältnis zur Kunst vereinfacht aus im Spruch:

„Wie das Huhn zum Ei, kommt das Ei zum Huhn, das wissen wir ja nicht. Genauso ist es auch mit der Kunst.”

1984 schmückt er erstmals seinen Ausstellungsraum mit einem verpackten Anliker-Ferrari 512 BB an Weihnachten,
um die Attraktivität seiner Betriebe zu erhöhen. Aber Kunst war in den Augen Anlikers bereits damals nichts, das er mit wenig Aufwand und zur reinen Freude, ohne Bezug zu seinem Beruf hätte herstellen wollen.  UA‘s Kreativität begann, sich durch einen anderen Kanal Gestalt zu verschaffen. Am Anfang schuf er Pyramiden, dann Skulpturen aus übrig gebiebenen Autoteilen und Bilder, in denen sich seine Enttäuschung und Trauer Raum verschafften.

Die Handwerkskunst

Auch in der Kunst blieb Anliker seinem Prinzip treu, dass nichts Ausgeschaubtes wertlos sei. Er begann aus wirklich allen weggeworfenen, liegengebliebenen und zurückgelassenen Gegenständen, Kunstwerke mit sehr engem Bezug zu den zeitlich näher oder etwas ferner stattfindenden Ereignissen zu schaffen. Seine Seele schuf durch den Menschen Anliker mit den jeweils vorgefundenen Relikten den Ausdruck der momentanen Ereignisse. Jedes seiner Werke ist das Kind seiner Zeit.

Vom Tiefpunkt in seinem Leben hinauf, aus der Midlifecrisis heraus, suchte sich Anliker dadurch herauszuarbeiten, indem er sich fortwährend, ununterbrochen in alle Richtungen bewegte, nie still ruhte. Er stellte sich dieser Aufgabe unbesehen, ob im Wortsinn mit stetem Reisen, ob im geistigen Bereich der Kunst durch unermüdliches Schaffen oder im Aspekt des seelischen Wachstums mittels Meditation. „Kunst im Bild oder Bild in der Kunst” lautete seine Devise. Da sein Weltbild nicht immer in das Weltbild seiner Zeitgenossen passt, und Anliker weniger als irgend jemand gelebt werden will, sondern im Gegenteil, sich freut, wenn er die Mitwelt beleben kann, schien es nicht sehr verwunderlich, dass ihn eine intensive Phase künstlerischen Schaffens aus seiner Midlifecrisis heraus trug. Durch die noch herrschende Orientierungslosigkeit hindurch halfen tiefe Gespräche mit engen Freunden. Dazu zählen Fredy Knie und F. Battistini und als sich Anliker mehr und mehr in die Kunst vertiefte, nahmen seine Kunstwerke viel mehr Struktur an. Er erkannte in seinem Leben die Verbindung der zerschmetternden Wirtschaftskrise mit dem Bedürfnis, das vom Sturm Verschonte und nicht mehr Gebrauchte, unter Pyramiden zu konservieren. Mit Plexiglaspyramiden schützte er seinen letzten Ferrari, den niemand mehr kaufen wollte, vor dem Orkan.

Mit Plexiglaspyramiden nahm er im Juni 1991 an der lokalen Kunst- und Kunsthandwerkausstellung in Olten teil. Faszinierend schien ihm die Durchsichtigkeit des Plexiglases, suchte er doch eine Allegorie zur Fähigkeit, im turbulenten, schonungslosen Leben den Durchblick zu haben. In Wandbildern setzte sich Anliker mit den Turbulenzen seines Lebens mittels Farbe, weggeworfenen und ausgedienten Alltagsgegenständen auseinander. Er bewegte sich unablässig.

1992 blieben die Ausbaupläne seines Wohn- und Gewerbezentrums in Winznau in der Behördenmühle stecken. Dies nutzte er, um kleinere Möbel zu designen, Designertätigkeit mit seiner Uhrensammelleidenschaft zu verbinden und eine Uhrenkunstwerkausstellung zu machen. Die Unermüdlichkeit und künstlerische Tätigkeit, begann förmlich aus ihm herauszubrechen, die Lähmung des Lebens zu durchbrechen. Während die Baupläne in Winznau steckten, entwarf und realisierte Anliker 1993 die „Anliker Harley Davidson”, mit 3.87 m das längste Motorrad der Welt. Er schaffte damit den Eintrag ins Guinnessbuch der Weltrekorde. Kurz darauf verkkleidete er dieses Motorrad mit farblosem Plexiglas in Form einer Bar und vermietete es als Ausstellungs- oder Nutzgegenstand, je nach Bedarf. Ein Werk dieses Jahres ist die Ferrari Dino Bar, die aus noch vorhandenen Ferrariteilen, Plexiglas und dem Spiel mit Licht entstand.

Er hatte ferner den Plan einer Bar, eingerichtet in einem Original-Jumbojet, ausgearbeitet. Den verwirklichte er schliesslich nicht, weil die Architektur in seiner damaligen Lebenssituation grössere Aufmerksamkeit verlangte. Da ihm 1994 kein Archtiekt einen befriedigenden Vorschlag für den Umbau seines Gewerbezentrums machen konnte, bildete er sich in Architektur weiter. Seine erworbenen Fähigkeiten setzte er sofort im kreativen Umbau 2er seiner Rustici im Tessin um. Hierbei entdeckte und erweiterte er sofort das Prinzip „den realen Eindruck des Erlebten in Bildern festzuhalten” und in flachen Bildern Lichtelemente einzufügen. 1994 baute er eine Liegenschaft am Lago Maggiore in ein Haus mit vier Wohnungen, fünf Bootsplätzen und einer schönen Gartenanlage um. Er wollte sich ein ähnliches Schicksal, wie es Van Gogh ereilte, der sich in der brotlosen Zeit seiner Malerei ein Ohr abschnitt, ersparen. Die Häuser im Tessin, die er kaufte und umbaute, boten ihm eine geeignete Bühne für die geschaffenen fantasievollen, beleuchteten Brunnen mit beweglichen Teilen, die selbst designten Möbel, aus Unrat gestalteten Wandbildern mit Lichtelementen.

Die Bewegung von Anliker vom Tiefpunkt seines Lebens hinauf, aus der Midlifecrisis hinaus, begann bald, an ihm selbst sichtbar zu werden.

1994/1995 erwachte sein Hunger nach Farben. Farbe brachte er an die Fassade eines Teils seiner Betriebe, Farbe brachte er mittels selbstgefertigter Kleidung aus den verschiedensten Stoffen auf sich selbst. Er kreierte farblich sogar so anziehende Anzüge mit allem Zubehör, dass er an einer Modeveranstaltung in Olten unvorhergesehen und unbeabsichtigt zum Ballprinz gekrönt wurde. Die Bewegung Richtung hinauf und hinaus ging einher mit seiner Verehrung für das weibliche Geschlecht, das in den nachfolgend geschaffenen Bildwerken stark hervortritt. Aber sehr starke Impulse und Inspiration für die Herstellung seiner schliesslich mehr als 150 Anzüge fand er auf seinen vielen Reisen, denen er sich nach dem Umbau seiner Wohn- und Geschäftsliegenschaft und der erfolgreichen Vermietung sämtlicher Räume, widmen konnte. In den umgebauten Räumlichkeiten wurde der Platz für Anliker knapp. Er hatte jeden möglichen Quadratmeter darin erfolgreich vermietet. Er entschloss sich, sich von den bis dahin geschaffenen Kunstwerken, die er behalten hatte, zu entledigen in einen Abfallcontainer.

Während einer Reise in Thailand im Jahr 2001 lernte Anliker seine Frau Duang kennen. Vielleicht war er selbst sehr überrascht, als bereits 2002 die Heirat erfolgte. 

Er konstruierte die Red Golden Dream, ein goldenes 3-Zylinder Motorrad, dessen Verschalung in typischem, leuchtendem Anliker-Rot gespritzt ist, an dem keine einzige Schraube sichtbar, aber die Teile vergoldet sind. Dieses weltweit einmalige, ausserordentliche Motorrad stellte er 2004 zuerst in Daytona (USA), später an anderen Wettbewerben in Amerika vor, das war sein Kunstwerk. Überall erntete er riesiges Aufsehen, grossen Erfolg und wahres Interesse wegen dieser Sensation, von der Laien nicht verstanden, ob die Maschine tatsächlich auch fahren würde, oder ob sie nur eine Attrappe wäre, von der weder arabische Scheiks, noch russische Oligarchen, noch Direktoren grosser Motorradhersteller jemals gehört hatten.

Die Heimat seiner thailändischen Frau wurde auch zu Anlikers bevorzugtem Reiseziel, an dem er viele Ferien mit ihr und ihrer Familie verbringt. Als Anlikers 2006 bei ihrer Anreise aus der Schweiz mit Schreck sahen, dass das alte Haus der Eltern, wo sie vorher ihre Urlaube verbrachten, abgerissen worden war, griff Anliker auf seine Erfahrung im Um- und Ausbau seiner Liegenschaften zurück und schaffte erneut Unwahrscheinliches. In 27 Tagen baute er unter Mithilfe der Dorfbewohner und auswärtig angereister Arbeiter ein 6-eckiges Wohnhaus mit 2 Etagen, ein 6-eckiges Teehaus mit einem Swimming-Pool und einer Garage, ohne Bauplan oder Architekten, allein aufgrund einer schnellst angefertigten Handskizze. Wie, wenn dieser Kraftakt als Auslöser gewirkt hätte, ging Anliker in seiner Garage in Winznau daran, diese umzustylen, damit er sie als Design-Lokal würde nutzen können. Viele übrig gebliebene Teile des einst gehandelten McLarren, von der Konstruktion der Red Gold Dream und vergessene, unzuweisbare Gegenstände, alles diente ihm zum Kreieren immer neuer Kunstwerke. Alles, wirklich alles, fand einen Platz in einem Bild, einer Collage, einer Skulptur.

Zu seinem Schaffen in jener Zeit passte das Zitat von Wassily Kandinsky: „Jedes Kunstwerk ist ein Kind seiner Zeit.”, sagte der Künstler.

Beim Umbau des Design-Lokals Anlikers brachte er seine Embleme erstmals an einem festen Bauwerk an, die vorher als Verzierungen oder Kühlerfiguren seine Motorräder und Autos zierten. Dieses Lokal prägen die Symbole und Modelle der Hauptakteure seiner Berufskarriere, nämlich der schnellen Wagen, sowie Plexiglas und sehr viele Spiegel. In dieser Umgebung hat seine Frau einen grossen Raum, denn sie ihr die Meisterin der kulinarischen und wirtlichen Köstlichkeiten, die Besucher oder eingeladene Gäste hier geniessen dürfen.

In der letzten Schaffensphase setzte sich Anliker mit dem Akt auseinander. Dem Akt (actus, lat.) als Körperbewegung, Gebärdenspiel, auch im Sinn des Abschnitts und dem Akt als Teil des Lebens, als Tat und als Werk.

Die Bautätigkeit im Tessin und die Farben

Nachdem es ihm 1993 gelungen war, finanziell wieder auf ebenen Grund zu kommen, kaufte er seine erste Liegenschaft in Dulliken. Bald folgten die ersten Liegenschaften im Tessin. Die Geschäftsliegenschaft in Winznau vermietete er und reichte ein Baugesuch für den Ausbau ein. UA bildete sich in Architektur weiter. Den Bauplan für das Wohn- und Geschäftszentrum erstellte er selbst. Im Tessin kaufte er weiter Immobilien und vermietete diese erfolgreich.

Mode-Designer, Künstler

Während der auf 1993 folgenden Zeit entdeckte Anliker Farbe für sich selbst. Farbe in Stoffen für seine Kleider, die er sich teils selber designte, teils nach eigenen Entwürfen nähen liess. Natürlich gab er sich nicht mit Anzügen zufrieden, sondern entwickelte eine ganze Linie, inklusive aller nur möglichen Accessoires. Er trug seine Kreationen auch gerne in der Öffentlichkeit selbst und war auch damit erfolgreich (Ballprinz). Die starken Inspirationen, die UA auf seinen Reisen hinsichtlich von Stoffmaterialien, Farben und Formen erfuhr, trieben seine Kreativität zu immer neuen Werken.

Erwähnenswert ist, dass Anliker Restteile von den einst reparierten, geflickten und gehandelten Ferraries und McLaren ebenso in seine Kunstwerken verwendete, wie zufällig entdeckte alte Lampions, ein Stück weggeworfenes Seil oder eine leere Sektflasche.

Im Tessin fand er in der Schweiz auf dem See oft die Inspiration für viele seiner Bilder und Collagen.